Mission P.Wallner

Pater Karl Wallner wirbt im “Kurier” für Lebenssinn abseits von Oberflächlichem – Große Armut, aber auch viel Lebendigkeit in den wachsenden Kirchen des globalen Südens.

Wien (kath.net/ KAP) Der Nationaldirektor von “Missio Austria”, der Päpstlichen Missionswerke, würde sich in Österreich denselben hohen Stellenwert und die Lebendigkeit wünschen, den Religion in Afrika und Asien hat. Hierzulande sei die Kirche für viele “veräußerlicht”, ein “Kulturereignis” für Hochzeiten oder Begräbnisse,” aber der Grund dafür ist die Wirklichkeit Gottes”, betonte der Heiligenkreuzer Ordensmann in einem “Kurier”-Interview am 25. Dezember. Die Religion gebe zwar Antworten, aber “wir stellen keine Fragen mehr”, beklagte Wallner den heute “sehr flachen” Horizont. Netflix, Shopping und Urlaub seien für den Sinn des Lebens wenig bedeutend. “Aber dass das Irdische nicht glücklich macht, wussten ja schon die griechischen Philosophen.”

Seit dem Beginn seiner Zeit als Nationaldirektor hat der Zisterzienser, wie er erzählte, zwölf Reisen in den “Süden” gemacht und dabei eine “Mischung aus Euphorie und Schock” erlebt. Es gebe große Armut, aber auch viel Lebendigkeit, “dieser Kontrast ist so groß. Am liebsten würde ich alle Pfarrer in ein Flugzeug setzen und nach Uganda fliegen, damit sie sehen, mit wie wenig man dort helfen kann”, sagte Wallner. In den heimischen Pfarren werde vielfach “ein Überlebenskampf geführt”, sie “dünnen aus und brauchen selbst viel Kraft”. Sich da noch für Menschen in Afrika zu engagieren, sei schwierig, gestand Wallner zu.

Vom “Süden” ist viel zu lernen

Auf seinen Reisen habe er angesichts der schwierigen Lebensumstände manchmal gedacht: “So könnte ich nicht leben. Aber die Leute sind trotzdem fröhlich.” Von der Frömmigkeit und Lebendigkeit der Menschen “können wir viel lernen”: Ein Blick auf die Weltmission sei wie eine “Therapie gegen die Kirchen-Depression”, sagte der Missio-Direktor dem “Kurier”.

Um 16 Millionen Menschen wachse die Kirche etwa jährlich in Afrika. Jeder Pfarrer sei dort auch eine Art Entwicklungshelfer – auch in Ländern, die gar nicht christlich sind. Wallner teilte mit, dass etwa im Senegal mehr als ein Drittel der Schulen von der Kirche betrieben werden, obwohl 95 Prozent der Bevölkerung muslimisch sind. Das werde dort dankbar angenommen. “Der Glaube geht nicht über Predigen, sondern über die Nächstenliebe, die keinen Unterschied macht”, ist Wallner überzeugt.

Und Mission habe Zukunft, so Wallner. Der Begriff sei heute wieder positiv besetzt: “Eine Firma muss heute über eine Mission verfügen und ich glaube, das Wichtigste für jeden Menschen ist, eine Mission zu haben.” Dies könne auch das Ziel sein, anderen zu helfen. Dazu gebe es auch in Österreich viele Möglichkeiten. Der Zisterzienserpater verwies auf die zuletzt stabilen Spenderzahlen trotz schwieriger Umstände. Auch Missio komme dies zugute: “Heuer gab es über 10.000 Bestellungen in unserem Online-Shop, im Vorjahr waren es gerade einmal 450”, sagte Wallner.